Gerichtstetten

Freiwillige Feuerwehr

Freiwillige Feuerwehr - Abteilung Gerichtstetten
Die niedergeschriebene Geschichte der Feuerwehr von Gerichtstetten ist noch nicht so alt wie man vermuten könnte. Beginnen die noch vorhanden Aufzeichnungen der Feuerwehr selbst erst ab dem Jahre 1957, besteht sie sicherlich schon wesentlich länger, galt es doch schon seit hunderten von Jahren das Dorf gegen Katastrophen und Feuer zu schützen.
Ursprünglich selbständig wie Gerichtstetten selbst, ist sie seit der Gemeindereform 1975 nur noch eine eigenständige Abteilung der Hauptwehr der Gesamtgemeinde Hardheim.
Selbst wenn die Aufzeichnungen relativ "jung " sind, ist die Wehr mehr als nur ein Verein, der Nothelfer bei Naturkatastrophen, Unglücken und Feuer ist.
Sicher ist jedoch, dass die Wehr zu Beginn des II Weltkrieges, bzw. nach dem Ende neu zusammengestellt, bzw. Wiedergegründet wurde. Fraglich ist nur, ob vor oder nach Ende des Zweiten Weltkrieges, da man nach den vorhandenen Aufzeichnen im Juli 1971 das 25-jährige Jubiläumsfest feierte und vom 8 - 11 September 1989 das 50 jährige Bestehen feierte, welches zu unterschiedlichen Gründungsjahren führt.
Die vorhandenen Aufzeichnungen wurden, dank seiner eigentümlichen Schönschrift, lange Jahre von Wendelin Schreck geführt. Wenn auch die erste Eintragung 1982 erfolgte , betrafen die ersten Aufzeichnungen das Jahr 1957.
Von der " neuen " Gründungszeit führte zuerst Wilhelm Meisel und ab 1956 Bruno Seitz das Kommando der Wehr.
Neben ihrem " allgemeinen " Dienst wurde 1961 das erste Bauobjekt in Angriff genommen und so als Vorbeugung, wie sich später tatsächlich herausstellte, der Brandweiher am Helmstheimer Hof errichtet. Ein Tag seiner Freizeit musste jeder Feuerwehrmann dafür opfern um Hand mit anzulegen, welches für die Vereinskasse eine Einnahme von 1.500 DM durch die Gemeinde erbrachte.
Eine erste Modernisierung der Wehr erfolgte am 21. 08.1963 durch die Anschaffung einer Tragkraftspritze, der T.S.8, die am 30. August 1964 die feierliche Weihe durch Pfarrer Boos erfuhr. Damals hatte die Wehr eine Stärke von 26 Mann.
Die Nützlichkeit des in Helmstheim angelegten Weihers zeigte sich beim vermutlich größten Brand seit der Wiedergründung am 18. August 1966, als durch eine Blitzschlag auf dem landwirtschaftlichen Anwesen von Max Benz die Stallungen ein Raub der Flammen wurde.
Im Laufe der Jahre musste die Wehr immer wieder ihre Schlagkraft unter Beweis stellen, ob bei Feuer oder Hochwasser.
So ist es noch heute ein Anliegen des Kommandanten die Wehr durch ständige Aus- und Weiterbildung und durch ständiges Üben den hohen Leistungsanforderungen gerecht zu werden, da sich der Einsatz der Wehr nur noch selten auf das Bekämpfen von Bränden beschränkt.
Vom 06. - 07. Juli 1971 feierte man im Rahmen eines Feuerwehrfestes das 25-jährige Jubiläum.
Im März 1976 schritt die Modernisierung weiter voran und man erhielt einen Anhänger für die Tragkraftspritze und das reichhaltige Zubehör. Ziehen musste das ganze Gefährt ein Traktor, der von den Wehrmännern gestellt wurde.
Ihr Können unter Beweis stellte die Gerichtstetter Wehr, zumindest eine Gruppe, am 17. Juni 1980, wo man in Neckarelz erstmals in der Geschichte der Gerichtstetter Wehr das Bronzene Leistungsabzeichen ablegte. Bereits am 17. Juni 1980 folgte des Leistungsabzeichen in Silber.
Die Zahl der Aktiven wuchs in all den Jahren ständig, so dass die Wehr 1983 aus 44 Mann bestand, davon 17 in der Altersgruppe und 27 Mann bei den Aktiven.
Am 17. Juli 1984 wurde die Wehr motorisiert und man konnte in Bad Reichenhall bei der Firma Bachert das erste eigene Feuerwehrauto abholen.
Dies erforderte aber den Umbau des Feuerwehrhauses, da die Tore noch nicht für die Dimensionen des Fahrzeuges ausgelegt waren. Zahlreiche freiwillige Arbeitsstunden im Juli und August 1984 waren erforderlich um die entsprechenden baulichen Veränderungen zu einem positiven Abschluss zu bringen.
Ein weiteres unvergessliches Datum in der Geschichte wird das große Heimatfest von Gerichtstetten vom 08. - 11. Juni 1984 bleiben, bei dem sich alle Gerichtstetter Vereine aktiv beteiligten.
Im Laufe der Jahre musste man von vielen Kameraden Abschied nehmen und sie auf ihrem letzten Weg zum Friedhof begleiten. So auch 1985 bei der Beerdigung des ersten Ehrenkommandanten Wilhelm Meisel.
Wie überall machte die Technik Fortschritte, so auch bei der Gerichtstetter Wehr, wo im Mai 1988 die ersten Kameraden zu Träger von schwerem Atemschutz ausgebildet wurden.
Das 50 jährige Bestehen, ob zu recht oder auch nicht, feiert man vom 8. bis 11. September im Rahmen eines großen Feuerwehrfestes.
Ein Generationswechsel in der Führung gab es 1989 mit dem Ausscheiden von Bruno Seitz als Kommandant der Gerichtstetter Wehr . Sein Platz nach 33 Jahren in dieser Funktion übernahm Günter Müller. Im Rahmen des Feuerwehrfestes 1989 wurde Bruno Seitz zum zweiten Ehrenkommandant ernannt. Gleichzeitig wurde er sowie Meinrad Fischer, Rudi Fischer, Josef Heck, Anton Heilig, Emil Herberich, Friedrich Kuhn, Franz Linsler, Paul Löffler, Eugen Rüttiger, Ferdinand Schretzmann, Josef Seitz, Bruno Seitz und Waldemar Weniger für 40 Jahre aktiven Dienst in der Wehr geehrt.
Im Jahre 1994 hatte die Wehr eine Stärke von 49 Mann, davon 21 in der Altersabteilung. In all den vielen Jahren widmete sich die Wehr nicht nur der Aus- und Weiterbildung und ihrer eigentlichen Aufgabe sondern wurde zu einem bedeutenden Faktor in der kulturellen Entwicklung von Gerichtstetten. So wurde ständig die Kameradschaft durch kleine Feste und Feiern gepflegt und auch die Bevölkerung durfte an Maskenbällen, Fastnachtstänzen oder Festen teilhaben. Die Wehr übernahm Abrissarbeiten von Gebäuden, pflegt alljährlich die schöne Tradition des Maibaumstellens, des Maifestes und ist bei vielen weltlichen und kirchlichen Festen zum Wohle der Allgemeinheit und für den Dienst am Nächsten für alle Bürger da.
Zum 01.12.1998 hatte die Gerichtstetter Feuerwehr 31 aktive Feuerwehrangehörige.

Abteilungskommandant: Andreas Heck, Lagerweg 20, Gerichtstetten