Männergesangverein

Reine Männersache!

Reine Männersache - der Männerchor im Spannungsfeld von Tradition und Moderne
Bericht über das Singen im Männerchor
©manne troll 13.06.2017

Intuition des Autors Manne Troll:

Rückblickend auf 56 Lebensjahre erlebte ich das Schönste in meiner Lebensspanne immer beim Singen. Als Kind im Kindechor und Schulchor, später in verschiedenen Kirchenchören und reinen Gospelchören; nach meiner beruflichen Laufbahn erweiterte ich das Mitsingen im Chor der Zwingenberger Schlossfestspiele und im Vokalensemble Auftakt in Walldürn. Immer gab mir das Singen viel Energie und Lebensfreude. Ohne das Singen in Chören, in der dortigen Gemeinschaft mit anderen Menschen, hätte ich so manche Lebenskrise nicht meistern können. Singen ist für mich Lebensfreude pur, Trost wenn ich ihn nötig habe und manchmal auch das „kultiviertes Schreien“, wenn es meine Seele braucht.

Seit 25 Jahren lebe ich in Gerichtstetten, und singe im MGV Eintracht in beiden Besetzungen mit Leidenschaft mit. Ich erlebe dort Toleranz und Offenheit gegenüber meiner Person und fühle mich im Kreise der Sänger recht wohl und auch zuhause. Es ist mir ein Anliegen etwas zur Dorfgemeinschaft beizutragen und für die aktuellen Entwicklungsprozesse des Dorfes gelegentlich einen, wenn auch nur kleinen Beitrag mit meiner Stimme zu leisten.

Ich möchte eine kurze Information zum Singen im Männerchor und zum Singen im Allgemeinen geben. und zum Singen herzlich einladen!

MGV- Gerichtstetten e.V. nimmt am Chorwettbewerb 2017 teil!

Der Männerchor Gerichtstetten hat sich, im Jahr nach seinem Jubiläum zum Ziel gesetzt, den Titel Leistungschor zu ersingen. Der Wettbewerb findet innerhalb des Badischen Chorverbandes Anfang Oktober 2017 in Bruchsal statt. An diesen Tagen kann man eine wahre Flut von Chören mit ihren Liedern erleben. Alle Musikrichtungen und Chorarten werden vertreten sein. Mit großer Spannung und vollem Elan gehen wir im MGV Gerichtstetten in die Proben. Gerne laden wir alle, Männer aus Gerichtstetten und den Nachbargemeinden, die Lust und Zeit haben und bei einem solchen großen Event dabei sein wollen, zum Mitsingen und in unsere Singgemeinschaft ein. Die Proben finden jeweils am Freitag ab 19:30h für den Gesamtchor und ab 21:15h für die Kleine Besetzung im Bürgersaal Gerichtstetten satt!

Interesse geweckt?

Dann melden Sie einfach gerne bei unseren Chorleiter oder 1. Vorsitzenden für mehr Informationen.

1. Vorsitzender
Peter Gärtner
Dolleshof 5
74744 Ahorn-Eubigheim
Tel.: 06296/300
tobiwi1@web.deChorleiter
Dieter Kaiser
Karlstalweg 19
69412 Eberbach
Tel.: 06271/7614
phil@cdkaiser.de
 







Reine Männersache - der Männerchor im Spannungsfeld von Tradition und Moderne

Vom Volkslied über den Choral bis hin zum Evergreen und Rap - alles ist möglich!

Sicherlich kennen sie die Lieder, „Am Brunnen vor dem Tore“, „In einem kühlen Grunde“ oder andere Volkslieder aus der Schulzeit aber kennen Sie auch, „Somebody‘ s knocking“, „Lipa moja mala“, „You Raise Me Up“ den „Augustin-Rap“, I månnns skimmer, oder den „Gabriellas Song“ in Schwedisch von Männerchören gesungen? Einmal klassisch traditionell, dann wieder modern und richtig hip! Die Mischung macht’s! Die Chorliteratur ist voller ansprechender Stücke, aus allen Stilrichtungen, die für alle Chöre das richtige im Angebot haben. Neben den Chorsätzen in deutscher Sprache bieten die einschlägigen Verlage mittlerweile eine Vielzahl an internationaler Chorliteratur an. Neben den meistens etablierten englischen Titeln findet man eine Menge an italienisch, französisch, Titel in slawischen, russischen oder skandinavischen oder nicht zu Letzt in afrikanischen Sprachen. Die Chorliteratur für Männerchöre ist somit grenzenlos.

Damals und heute – eine kleine Zeitreise

Viele traditionsbewusste Männerchöre beklagen, dass keine jüngeren Sänger nachkommen und stehen vor dem Aus! Das Jammern und Wehklagen im ganzen Land ist groß aber ändert nichts an der traurigen Tatsache! Das Klischee „Männerchöre singen nur langweilige alte Lieder“ hält viele potentielle junge Sänger ab, in einem reinen Männerchor zu singen. Dazu kommen individuelle Vorstellungen oder sogar Erfahrungen zu den typischen Vereinsstrukturen, das Gefühl verpflichtet zu werden, an jeder Probe anwesend zu sein zu müssen etc.

Es betrifft besonders die Chöre, die bei allem Respekt vor der Tradition und dem sehr schönen Volkslied, vor den eingetragenen Männer- bzw. Gesangs-Vereinen und dazugehörenden Verbänden gegenüber, irgendwann auf ihren Wegen stehen geblieben sind! Lapidar versucht man diese Situation dem demografischen Wandel und der Zeit mit elektronischen Medien, der so gen. Partygeneration als „die schwarzen Peter“ zu zuschieben und findet sich resignierend und abwartend mit der Situation, mehr oder weniger ab.

In der Zeit, als die Menschen während und nach den fürchterlichen Weltkriegen sich nach Frohsinn, Gemeinschaft und neuer Lebenslust sehnten und eine „heilende Welt“ – nicht zu verwechseln mit „der heilen Welt“- suchten, entstanden die meisten Männerchöre im ganzen Land. Viele Chöre bestehen schon mehr als hundert Jahre und viele Sänger können mit Recht und Stolz für jahrzehntelanges Singen geehrt werden. Gesungen wurde zwar immer, aber nun konnte man endlich wieder in Gruppen singen, ohne politischen Zwang über die Literatur. Ja man war frei in der Auswahl und die meisten Chöre organisierten sich auch in Vereinen und Verbänden. Die Tradition, neben den besagten Volksliedern auch zu besonderen Anlässen, wie die Kirchenfeste, oder zu offiziellen Anlässen in der Gemeinde, zu den Geburtstagen oder zur Trauerbegleitung der Mitglieder zu singen, war und ist weit verbreitet. Ich persönlich fände es sehr bedauerlich, wenn diese Tradition nicht weiter bestehen würde!

Die dargebrachten Chorwerke konzentrierten sich auf das Volkslied, auf Choräle und andere Kirchenlieder. Ein meistens sehr umfangreiches Pflichtrepertoire von Trinkliedern hatten und haben die Chöre ebenfalls. Die Chor-Konzerte und Großveranstaltungen im ganzen Land waren immer Höhepunkte in den Gemeinden und man pflegte eine innigliche Gemeinschaft, während und auch nach den Proben und Auftritten. Oft gehörte es zum guten Ton, dass die Männer aus allen Gesellschaftsschichten in den Städten und Gemeinden, wie selbstverständlich in den ortsansässigen Chor gingen und an den wöchentlichen Proben teilnahmen. Entsprechend groß waren die Anzahl der Sänger! Dirigenten waren oft Lehrer aus den örtlichen Schulen oder der Gemeindepfarrer, sodass dadurch auch ältere Knaben nach dem Stimmbruch und junge Männer in die Chöre kamen. Nachwuchsprobleme, wie sie heute zu beobachten sind, gab es so gut wie nicht.

Als Unterhaltungsmedien hatte man das Radio, den Plattenspieler und das Tonband und später dann den Fernseher. Viel öfter spielte man auch noch selber Instrumente und sang in den Familien bei allen möglichen Gelegenheiten. In den Schulen wurde im Musikunterricht oft noch eine Anzahl Volksliedern gelehrt und gesungen.

Die Zeiten haben sich aber geändert und die alte (Gute?) Zeit kommt nicht mehr zurück? Die Erinnerungen daran, dürfen und sollen lebendig bleiben und das ist auch gut und wichtig! Ohne die Chormusik wären in den vergangenen Jahrzehnten wohl viele wunderschöne Kompositionen schon längst nicht mehr bekannt. Vieles trägt die Chormusik zur Völkerverständigung bei, sie öffnet durch ihre ureigene Art die Grenzen der Länder und Erdteile, man erlebt und involviert fremde Kultur, Brauchtum und Sprache – kurzum: als Sänger in einem Chor erweitert man stetig seinen eigenen Horizont!

Heute im 21. Jahrhundert gibt es neben der sich dramatisch verändernden Altersstruktur unserer Bevölkerung dazu noch das Phänomen der Konsumierungsmentalität, die sich in den letzten 30 Jahren extrem entwickelt hat. Dank Internet, Smart-TV und Smart-Phone etc., ist es nichts Besonderes mehr, sich der Musik aus allen Genres zu bedienen und sie zu konsumieren und dann zu entsorgen, wenn man wieder Platz für Neues braucht. Da stellt sich auch leider die Frage bei vielen: warum deshalb selber singen und sich die Zeit nehmen, Proben zu besuchen, vielleicht unbequeme, uniforme Chorkleidung tragen zu müssen und die kostbare Zeit zu opfern, wenn es so leicht ist alles mit ein paar wenigen Klicks nach Hause zu holen oder überall anzusehen und anzuhören? Aller Fortschritt in Technik ersetzt allerdings nicht, die Geselligkeit und Gemeinschaft mit anderen Menschen. Es ist aus den Sozialwissenschaften bekannt, dass durch das nutzen von PC etc. eine Vereinsamung unter den Menschen mit eher negativen Folgen für sie rasant zunimmt.

Die Sänger sind in der Regel Laien

Das Singen im Männerchor ist für alle, die Spaß am Singen und Musizieren haben, geeignet. Normalerwiese gibt es keine Castings, die über eine evtl. Aufnahme in einem Männerchor entscheiden. Dies ist den Profichören und ggf. spezialisierten Chören vorbehalten und mittlerweile dort auch gängige Praxis. Der Männerchor lebt von seinen einzelnen Stimmen, welche durch eine ausgebildete Chorleitung in die für sie idealen Stimmgruppen zusammengeführt werden. Es gibt in der Regel im Männerchor die Stimmfächer erster und zweiter Tenor, sowie den ersten und zweiten Bass. Man lernt in der Gemeinschaft recht schnell das Singen seiner Stimme, auch ohne Noten lesen zu können. Man lernt, aufeinander zu hören, man erfährt bewusst Rhythmus und Atmung. Man gewinnt an sozialer Kompetenz, die heute mehr denn je wichtig ist um das Leben in allen Phasen zu meistern.

Das Schönsingen

Intensives Einsingen und regelmäßige Stimmbildung ist das A&O jedes guten Chores. In der so gen. Stimmbildung lernt man anhand vieler einfacher Übungen, wie man schön und richtig singt ohne, dass man sich besonders anstrengen muss. Fundament jedes Singens ist die Atmung. Nur wer richtig und dabei entspannt atmet kann gut und schön singen. Dazu helfen viele verschiedene Übungen, die auch so richtig Spaß machen können. Gute Chöre haben Sänger, die gelernt haben mit ihren Kopf- und Atemorganen wie Ohren, Nase, Mund, Kehlkopf und der Lunge natürlich umzugehen und die Stimmen mit freier Kehle, und gar nicht zu weit geöffneten Mündern, wohltönend erschallen lassen. Auch die gesamte Muskulatur, das Zwerchfell werden im Gesamtinstrument Körper mit eingebunden. Nicht zuletzt wird das Gehirn wird in all seinen Funktionen gefordert und gefördert. Eine Stimme ist kein Instrument wie etwa ein Klavier, oder eine Gitarre, die man stundenlang und ununterbrochen zu Übungszwecken benutzen kann, sondern im Optimum lernt jeder Sänger mit seinem ganzen Körper als Instrument zu singen, so dass er in der Lage ist, die schönsten Werke aus der gesamten Musikliteratur hervorbringen und interpretieren zu können.

Der ganze Körper ist das Instrument! Daraus leitet sich eine bewusstere Lebensweise ab, die den Körper und auch den Geist weitgehend gesund erhält. Man lernt regelmäßig Text auswendig und wirkt so dem Morbus Alzheimer aktiv entgegen. Man erlebt Glücksgefühle, die gegen Depressionen und Burnout nachweislich überraschende positive Auswirkungen haben. Es fördert und stärkt die sozialen Kontakte und beugt der immer stärker zunehmenden Vereinsamung vor bzw. man wird aus ihr herausgeholt.

Schon so mancher Profisänger im Pop- Schlager oder im klassischen Bereich hat seine beruflichen Fundamente aus dem Mitsingen in Chören gebaut bekommen.

Bühnenpräsenz – wie wirkt Männerchorgesang

Biedere Kleidung, Auftritte der Sänger mit zumeist ernstem Gesichtsausdruck hinter den Notenmappen versteckt ohne Kontakt zum Dirigenten und dem Publikum, nur laut Grölen, wenn ein Trinklied gesungen wird, schräge, zum Chorstück nicht passende Töne und schlechte Textverständlichkeit…solche Attitüden sollten endgültig der Vergangenheit angehören! Sie schrecken ab und niemand hört letztendlich zu.

Man lernt in guten Chören heute so zu performen, dass Zuhörer und Publikum angesprochen, in der Seele berührt und letztendlich begeistert werden. Es wird am Teamgeist des Chores kontinuierlich gearbeitet, man macht was zusammen, man wächst zusammen, bildet eine starke Gemeinschaft und will und kann sich gut präsentieren. Letztendlich kommt das zum Ausdruck, was die Komponisten der Chorwerke aller Stilrichtungen auch ursprünglich wollten. Das kommt an! Besonders gute Männerchöre strahlen eine Gewisse Lässigkeit oder auf neudeutsch „coolness“ und sogar Erotik aus. Eine zeitgemäße, den Anlässen entsprechende bequeme Kleidung ist auch nicht nur eine Nebensache. Da sollte ein Chor immer kreativ sein und auch mal den Mut haben, dunkle Anzüge und Krawatten im Schrank zu lassen. Die Optik ist auch immer ein Eyecatcher, ein Blickfang, der eine Wirkung beim Publikum hat.

Was macht das Singen mit uns?

„Singen fördert die Konzentration, reduziert Schmerzen, Stress und depressive Verstimmungen. Es reguliert den Blutdruck. „Nach 20 Minuten Gesang produziert das Gehirn Botenstoffe, die körperliche und seelische Vorgänge positiv beeinflussen!“, so schreibt Karl Adamek, ein bekannter Musikpsychologe. Im Gegensatz zur Medikamententherapie hat Singen eine Sofortwirkung ohne die gefürchteten negativen Nebenwirkungen von chemischer Medizin. Viele aktive Chorsänger und ich selber können diese Aussagen aus eigener Erfahrung bestätigen! Sie sind glücklich beim Singen, sie erleben Freude pur! Sie fühlen sich wohl!

Nicht zuletzt erfährt man Selbstsicherheit und auch Anerkennung. Man hat insgesamt eine sinnvolle Beschäftigung neben dem sonst vielleicht eher tristen und oft frustrierenden Alltagsleben.

Die Atmosphäre während der Proben ist, dank der qualifizierten Ausbildung der Chorleiter entspannt und trägt zum sich Wohlfühlen und Entspannen bei.

Musik und Singen macht uns gut!

Über die zuträglichen, biologischen Aspekte hinaus, ist es jetzt ebenfalls in vielen Studien bewiesen, dass die Musik und das gemeinsame Singen Auswirkungen auf unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen haben. Man lernt sich kennen und geht aufeinander zu. Man interessiert sich mehr für einander. Man teilt auch sozusagen Freud und Leid.

Was muss Männer-Chorarbeit in der heutigen Zeit bieten?

Da gibt es sicherlich nicht die Non plus Ultra Antwort. Aber ich will abschließend versuchen, kurz darzulegen: ein moderner Männerchor muss die Rahmenbedingungen so schaffen, dass jeder, der sich dem Chor anschließen möchte, als willkommen fühlen kann. D.h. Offenheit des Chores für alle Altersgruppen aus allen sozialen Schichten, aus allen Ländern und Kulturen und Subkulturen ist eine Grundvoraussetzung. Der Chor sollte ein Profil und ein Leitbild haben und seine Schwerpunkte aus der Chorliteratur festlegen, aber auch offen sein für Vorschläge einzelner Sänger und die seiner Gönner.

Veraltete und rigide Vereinsstrukturen sollten überarbeitet werden um jung und dynamisch zu sein. Gastsänger für gelegentliches Mitsingen im bestehenden Chor sollten ebenso willkommen sein und eingeladen werden wenn Projekte anstehen, ohne die Verpflichtung in den Verein einzutreten zu müssen.

Er sollte kostengünstige oder sogar kostenfreie Fortbildungen für die Sänger anbieten, Öffentlichkeitsarbeit leisten und mit seinen Liedern ein breites internationales Spektrum anbieten.

In seinen Konzerten bzw. Auftritten sollten langatmige Reden dringend vermieden werden, um die Konzentration gänzlich auf die Chorstücke und Darbietungen zu lenken etc. Lockere Moderation, die das Publikum über die zu erwartende Musik informiert reicht völlig aus.

Bei all diesen Wünschen für eine moderne Chorarbeit bleibt eins jedoch nicht außen vor: das Singen muss stets Spaß machen! Wenn dies gelingt, strahlt ein Chor bei seinen Auftritten und zeigt dies mit lächelnden Gesichtern!

Technische Ausstattungen, wie CD ’s zum selbständigen Stimmenlernen, gut funktionierende Beschallungsanlagen (Mikrofone oder Headsets) sind eine gute Sache, die jedoch stets professionell eingesetzt werden sollten. Zum Auswendiglernen der Chortexte sollte motiviert, aber nicht dazu gezwungen werden und es sollte je nach Chorstück auch angemessene körperliche Bewegung in den Chor kommen. Die Leidenschaft im Männerchor zu singen soll jederzeit spürbar sein.

Mit dem Text eines Kanons bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit!

Singen macht Spaß, Singen tut gut,
ja Singen macht munter und Singen macht Mut.
Singen macht froh, denn Singen hat Charme,
die Töne nehmen uns in den Arm.
All uns’re Stimmen, sie klingen mit
im großen Chor im Klang der Welt.


Der MGV beim Frühlingskonzert 2017


"Kleine Besetzung" beim Frühlingskonzert 2017


Kleine Besetzung 2017




Männergesangverein "Eintracht"

Bringt der 13. nur Pech oder auch Glück ?
Forscht man in der Geschichte des Männergesangvereins, dann kann der 13. nur ein Glückstag sein, denn genau am 13. Juni 1956 wurde auf Initiative des damaligen Ortspfarrer Wohlfarth in einer Gründungsfeier im Bürgersaal der Männergesangverein " Eintracht" aus der Taufe gehoben.
42 Männer, darunter viele junge Sangesfreunde, gaben sich das Ziel sich in Zukunft mit Liebe und Idealismus dem deutschen Lied zu widmen. Dieser Weg zum Ziel sollte durch die beiden Gründer, Pfarrer Wohlfarth als Dirigent und Oberlehrer Hummel als Organist, gesucht und vorbereitet werden. Schon an diesem ersten Tag im Leben des neu gegründeten Vereines wählte man einen Vorstand, den man üblicher Weise als die Männer der " ersten Stunde " bezeichnen kann. Zum Vorsitzenden wählte man Karl Heck, zum Schriftführer Hugo Heck, zum Kassenwart Georg Maurer und zum Notenwart Josef Lehnen, von denen heute bedauerlicherweise keine mehr unter uns Lebenden weilt. Ferner wurde schon bei dieser Vorstandswahl ein Mann von jeder Stimme in diesen Ausschuss gewählt und eine wöchentliche Probe festgelegt.
Durch fleißigen Probenbesuch und der unermüdlichen Arbeit von Pfr. Wohlfarth und Lehrer Hummel konnte dieser noch recht junge Verein schon im Jahre 1957 die ersten offiziellen Auftritte bei den Sängerfesten in Dittwar und Kupprichhausen verbuchen. Das erste Geld " ersang " man sich ebenfalls in diesem Jahr bei einer Weihnachtsfeier in Verbindung mit einer Theateraufführung und einem bunten Abend an der Fastnacht im Frühjahr 1958.
Doch was 1956 so gut begonnen, musste 1958 seine erste Krise erleben. Durch den Weggang von Pfr. Wohlfarth und einiger Sänger stand man vor der Frage, Auflösung oder weiterer Bestand ? Doch der Verein überstand diese schwere Probe und man entschloß sich gemäß dem Grundsatz bei der Gründung mit frischem Elan weiterzumachen.
Oberlehrer Hummel übernahm das musikalische Ruder als neuer Dirigent. So prägte sich allmählich das Vereinsleben. Man hielt kleine Feste, veranstaltete Liederabende, besuchte andere Gesangvereine bei ihren Veranstaltungen und verschönerte manch weltliches Fest.
Auch das Singen von " Ständchen " bei Geburtstagen oder Hochzeiten wurde zur Selbstverständlichkeit. Nicht immer war der Probenbesuch zufriedenstellend und ein " dornröschenähnlicher Vereinsschlaf " trat ein. So hielten 1965 nur noch 28 aktive Sänger dem Verein die Treue.
Eine zweite kleine Krise drohte, als im Jahre 1966 Dirigent Hummel wegzog. Man überwand auch diese und konnte 1970 Paul Vath aus Brehmen als neuen Dirigenten gewinnen.
Es ging wieder aufwärts und selbst im Radio konnte man am 1. März 1975 im Rahmen der Sendung " Mit Sang und Klang durch Stadt und Land " den Männergesangverein von Gerichtstetten hören.
Im Jahre 1975 trat Dieter Kaiser dem Männergesangverein bei und übernahm neben dem Dirigenten Paul Vath den " Reservertaktstock ". 1978 gab Dirigent Vath den Taktstock in die jüngeren Hände von Dieter Kaiser, ein Jahr später wurde Paul Vath zum Ehrenchorleiter ernannt. Unter Führung des ab 1977 zum Vorsitzenden gewählten Gerhard Bechtold wuchs der Verein prächtig und wurde zu einem weiteren kulturellen Eckpfeiler in Gerichtstetten. Bei vielen Festen und Konzerten konnte man den gewaltigen Männerchor hören und nach dem Ende des Kirchenchores verschönerte er auch zahlreiche kirchliche Feste und Feierlichkeiten.
1982 feierte man vom 20. - 24. Mai seine 25 jähriges Bestehen, verbunden mit einem Kreissängerfest. Hierbei wurde 13 Sänger mit der Silbernen Ehrennadel des Badischen Sängerbundes geehrt.
Eine Besonderheit des Vereines ist in diesem Zusammenhang, das man zwischen 1982 und 1992 drei Mal Ausrichter des Sängerfestes war. Eine eigene Vereinsfahne schaffte man 1987 an und weihte sie im Rahmen eines Kreissängerfestes ein.
Im Lauf der Jahre wuchs die Mitgliederzahl ständig und dank ihres Können sind die Gerichtstetter Sänger weit über die Grenzen von Hardheim bestens bekannt. Ein Generationswechsel in der Vereinsführung gab es im Frühjahr 1994, als Gerhard Bechtold das Amt des 1. Vorsitzenden an Robert Hemberger übergab.

Im September 1996 feierte der MGV sein 40 jähriges Bestehen im Rahmen eines 2 tägigen Sängerfestes in der Turnhalle. Beim Festbankett wurden 11 Gründungsmitglieder durch den Sängerbund und den Verein geehrt. Ihnen wurde die goldene Ehrennadel überreicht, gleichzeitig wurden sie vom Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Beim Osterkonzert 1997 hatte die sogenannte „Kleine Besetzung“ des MGV ihren ersten Auftritt. Als eine Art Projektchor wirken hier ca. 12 – 15 meist jüngere Sänger mit und präsentieren modernes Liedgut.

Im Jahr 2000 feierte der langjährige Dirigent Dieter Kaiser sein 25 jähriges Chorleiterjubiläum. Ihm wurde die silberne Ehrennadel überreicht.

Im Jahr 2004 zählt der Verein 38 aktive Sänger und 58 passive Mitglieder.

Vors.: Peter Gärtner, Dolleshof 5
74744 Ahorn-Eubigheim
Mail: linsler(at)t-online.de


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