Geschichte

Gerichtstetten ist ein Teilort der Gemeinde Hardheim und liegt mit in der nördlichsten Ecke von Baden-Württemberg ungefähr in der Mitte zwischen Heilbronn und Würzburg. Es liegt im oberen Teil des Erfatales.

Herkunft des Ortsnamens

Der erst relativ spät bezeugte Name dürfte von einem Personennamen abgeleitet sein.

Lage


In einer geschützten Muldenlage zwischen Baulandhügeln und zwischen den flach in den Hauptmuschelkalk eingetieften Talhängen der oberen Erfa an der Einmündung mehrerer kleiner Nebenbäche liegt Gerichtstetten, ein im Kern ursprünglich dicht bebautes Haufendorf frühmittelalterlichen Ursprungs. Dabei dehnt es sich in ca. 330 bis 340 n NN beiderseits des Wasserlaufes der Erfa in Talrichtung aus.
Erst in den 90 ziger Jahren erfolgte durch ein Neubaugebiet eine deutliche Erweiterung in westlicher Richtung. Hier bietet das Neubaugebiet "Im vorderen Steinig" seit 1980 vielen Familien Platz für ihr neues Zuhause.
Zahlreiche Bildstöcke oder Madonnenstatuen in Außenwandnischen im Ortskern weisen auf die Volksfrömmigkeit und Marienverehrung hin. Prägende Bauwerke im alten Ortskern sind das 1900 in Buntsandstein erbaute Rathaus und die von 1772 - 1777 neu erbaute spätbarocke katholischen Pfarrkirche, geweiht und benannt nach dem hl. St. Burkard.
Kindergarten, Grundschule, ein Gasthaus und mehrere Geschäfte blieben dem Ort mit seinen derzeit knapp 700 Einwohnern erhalten. Zahlreiche Vereine bilden die tragenden Säulen des kulturellen Lebens und machen das Leben in Gerichtstetten liebens- und lohnenswert.

Geschichte in Kürze

Erstmals 1214 urkundlich erwähnt, dürfte die Entstehung von Gerichtstetten in die merowingische Zeit zurückreichen. Im Kloster Amorbach begegnet einem erstmals 1214 ein Godeboldus de Gerrichisteten als Zeuge für ein Grunderwerb durch das Kloster. Dagegen wird der Ort Gerichsteten selbst erstmals 1348 urkundlich erwähnt. Doch bereits lange vor dieser Zeit dürfte diese Gegend schon von den Kelten bewohnt gewesen sein, welches durch eine sog. keltische Viereckschanze im Zimmerwald, südlich von Gerichtstetten, bezeugt wird.
Der erst relativ spät bezeugte Name dürfte von einem Personennamen abgeleitet sein.Im 14. und 15. Jh. war die Herrschaft im Ort zwischen dem Kloster Amorbach und dem Niederadel (von Rosenberg, Rüdt von Bödigheim, von Dürn) geteilt, ein Herd zahlreicher Konflikte vorprogrammiert. Die unter adeliger Herrschaft stehende Hälfte von Gerichtstetten erscheint seit 1455 als wertheimisches Lehen der Herren von Hardheim und blieb in deren Besitz bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1607. Der ursprünglich dem Kloster Amorbach gehörende Teil an Gerichtstetten ging ebenfalls in adelige Hand über. Von den Herren von Adelsheim über die von Rosenberg kam Gerichtstetten 1561 mit Boxberg an die Kurpfalz. Im Tausch (Hingabe des Ortes Mückenloch, einem jetzigen Stadtteil von Neckargemünd) erwarb in den Jahren 1691/92 Würzburg den kurpfälzischen Teil von Gerichtstetten. Wertheim und Würzburg übten nun gemeinsam die ihr zustehenden Ortgerechtigkeiten aus. Der würzburische Anteil von Gerichtstetten fiel 1802/03 an das neu geschaffene Fürstentum Leiningen; 1806 ist er zusammen mit dem wertheimischen Amt Gerichtstetten durch das Großherzogtum Baden mediatisiert worden.

Entwicklung der Einwohnerzahlen:
1633 - 83 Einwohner
1803 - 540 Einwohner
1900 - 739 Einwohner
1950 - 941 Einwohner
1985 - 629 Einwohner
1998 - 689 Einwohner
2000 - 669 Einwohner
2009 - 659 Einwohner
2013 - 616 Einwohner (Stand 31.03.2013)

Die Kirchengemeinde von Gerichtstetten zählt nach Stand vom 31.12.1997 573 Katholiken mit Hauptwohnsitz und 34 Katholiken mit Nebenwohnsitz in Gerichtstetten.

Ortsmittelpunkt ist das alte mit Sandsteinen erbaute Rathaus und der dazugehörigen alten Schule. Heute wird das Rathaus für die Sprechstunden der Ortschaftsverwaltung genutzt und auch im Bürgersaal finden neben den öffentlichen Sitzungen des Ortschaftsrates viele Veranstaltungen örtlicher Vereines statt.
Bedeutendes Bauwerk ist zweifelsohne 1772 erbaute Barockkirche die dem hl. St. Burkard geweiht ist.
Ebenfalls zur näheren Ortsmitte gehört der Brunnen, der bei der Erneuerung der Ortsdurchfahrt etwas versetzt werden musste.
Ganz neu ist ein Brunnen "Am Milchhäuschen", der von den Rentnern des "Mittwochstreff" und der Hilfe mehrerer Firmen errichtet wurde und am 23.08.1998 feierlich eingeweiht wurde.

Die Gemarkungsfläche beträgt 1.471,14 ha die sich wie folgt aufteilt:

29,60 ha Gebäude- und Freifläche (Betriebsfläche)
73,11 ha Verkehrs- und Erholungsfläche
1.003,21 ha Landwirtschaftsfläche
348,93 ha Waldfläche
7,46 ha Wasserfläche
5,83 ha Sonstige Fläche

Der Gerichtstettener Ortschaftsrat besteht aus den Mitgliedern:

Wolfgang Walzenbach (Ortsvorsteher )
Seitz Oliver
Bruno Müller
Lothar Fischer
Ralf Benz
Jürgen Schretzmann

Die Gerichtstetter Gemeinderäte:

Arnold Fischer
Sandra Hörner

Die Gerichtstetter Vereine:
Frauengemeinschaft
Freiwillige Feuerwehr
Heimatverein
Katholische Landjugend
Kyffhäuser Kameradschaft
Männergesangverein "Eintracht"
Musikverein
Sportverein "Germania"
Anglerverein
Singkreis


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